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Nebenbahn  Sinzing – Alling ("Allinger Bockerl")

Baujahr: 1875, Spurweite: 1435 mm, Länge: Sinzig–Alling: 4,14 km

Industrie-Unternehmer des Labertales bei Regensburg beantragten 1872 die eigenständige Planung einer Industriebahn von Sinzing nach Alling. Der Bau der Nebenbahn erfolgte aber durch die Bayrische Staatsbahn. Am 20.12.1875 wurde der Bahnbetrieb eröffnet. Durchgehend von Regensburg nach Alling fuhren die Züge erst ab der Jahrhundertwende. Dabei wurde zwischen Regensburg und Sinzing die Staatsbahnstrecke Regensburg – Ingolstadt (Donautalbahn) genutzt. Die Nebenbahn (Vizinalbahn) bediente einige bedeutende Firmen im Labertal, so die Kautabakfabrik Bernard in Sinzing, die Papierfabrik Pustet in Alling und zahlreiche Mühlen. Auch der Ausflugsverkehr ins Labertal war bis zur Stilllegung bedeutend. Die Strecke wurde durch die Bayerische Staats-Eisenbahn und später durch die Deutsche Reichs- und Bundesbahn betrieben. Am 1.3.1967 wurde der Personenverkehr, am 31.12.1985 schließlich der Güterverkehr eingestellt. Auf der kürzesten bayerischen Eisenbahnstrecke wurden anfangs bay. D IV (BR 98.75), bay. Pt 2/3 (BR 70.0) und zuletzt V 100 (BR 211/212) eingesetzt.

Die Trasse ist noch fast komplett erhalten und Bestandteil des "Friedrich Pustet Rad- und Wanderweg". Auch die bedeutensten Industriegebäude in Bruckdorf und Alling sind noch erhalten.

Literatur: Das Allinger Bockerl: Bayerns kürzeste Bahnstrecke 1875–1967 / Peter Heigl, Mittelbayerische Druck- und Verlags-Gesellschaft Regensburg 1997

Abzw. Bf. Sinzing

Das "Allinger Bocker'l" nutzte von Regensburg Hbf. bis Sinzing die Gleise der Strecke Regensburg–Ingolstadt. Links zweigte die Nebenbahn ins Labertal ab. Die eigentliche Streckenkilometrierung begann hier. Der alte Einschnitt, durch den hier die Nebenbahn verlief, ist heute zugeschüttet.

 

Trasse Sinzing

Teile der Trasse in Sinzing sind als Radwanderweg ausgebaut.

Blick auf Sinzing

Der Blick streift über die ehemalige Trasse nach Sinzing und das Donautal.

Bahndamm

Ein paar Meter weiter sieht man den alten Bahndamm, der an manchen Stellen abgetragen wurde.

Bruckdorf

An der alten Ölfabrik und Kunstmühle Bruckdorf steht dieses Schild. Hier führt auch wieder der Radwanderweg auf der ehemaligen Trasse entlang. Die Bruckdorfer Industrieanlage hatte einen Bahnanschluss.

 

Bruckdorf

Die Ölfabrik und Kunstmühle Bruckdorf war einst ein bedeutender Bahnkunde. Das Anschlussgleis lag in der Durchfahrt zwischen den beiden Gebäuden. Der Blick geht nach Sinzing.

 

Trasse bei Bruckdorf

Da die Trasse nur eine leichte Steigung bis Alling aufweist, kann man sehr entspannt wandern und Radfahren und dabei den Fränkischen Jura bewundern.

Trasse bei Alling

Immer am linken Talhang (betrachtet von der Fließrichtung der Laber aus) verläuft die Trasse bis sie kurz vor der Einfahrt Alling den Fluß überquerte. Das einzige größere Kunstbauwerk der Strecke, die Allinger Eisenbahnbrücke, existiert aber nicht mehr. Im Hintergrund grüßt schon der Schornstein der ehemaligen Papierfabrik Alling.

Bf. Alling

Der Bf. verfügte über umfangreiche Gleisanlagen, einen Güterschuppen (Foto), mehrstöckiges EG, Lokremise und Nebengebäude.

Das EG ist in einem sehr schlechten Zustand und nach einem Brand sind Teile der hölzernen Innenkonstruktion stark einsturzgefährdet. Eine Nutzung dieses abgelegenen und sanierungsbedürftigen Gebäudes scheint nicht in Betracht zu kommen. Auch die ehemalige Papierfabrik steht leer.

 

 

Bahnhofsgebäude

Blick von der Gleisseite.

 

Anschlussgleis Papierfabrik

Dieser Gleisrest ist erhalten geblieben. Das Anschlussgleis war das verlängerte Streckengleis.

 

 

 

Anschlussgleis Papierfabrik

An diesem Prellbock endete das Anschlussgleis. Schienen lagen aber bis hierher längst nicht mehr, denn der Anschluss wurde teilweise rückgebaut und endete an einer Kopf- und Seitenrampe.

 

 

 

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