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Ehemalige Feldbahn "BTS Baukeramik GmbH Co.KG Ziegelwerk Gispersleben" vormals: "VEB Thüringer Ziegelwerke Erfurt" Spurweite: 600 mm, Länge: 1997 ca.: 2 km Heinrich Jacob Sahlender erwarb 1839 eine alte Ziegelei in Gispersleben. Seine Söhne, die Gebrüder Sahlender, führten das Unternehmen nach dem Tode des Vaters weiter und gründeten 1856 eine Ziegelei-Gesellschaft, verlegten aber bereits 1865 den Produktionsstandort zum Roten Berg. Die Ziegelei blieb bis 1943 in Familienbesitz, wurde dann aber verkauft (TLZ, 15.12.2007). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Fabrik verstaatlicht. Aus der traditionsreichen Ziegelei wurde die "Betriebsabteilung (BA) Gispersleben" des 1963 gegründeten VEB Thüringer Ziegelwerke Erfurt. Der Bedarf an Mauerziegel war sehr hoch. In Erfurt wurde Ende der sechziger Jahre eine neue hochmoderne Ziegelei gebaut, da die Kapazität der BA Gispersleben nicht mehr ausreichte. Die neue, als "Betriebsabteilung Erfurt" bezeichnete Produktionsanlage, gehörte zu den größten Ziegelwerken in der DDR. Zusammen mit der Gisperslebener und der Erfurt-Bischlebener Ziegelei bildete diese Anlage den "Betriebsteil Erfurt" im VEB Thüringer Ziegelwerke Erfurt, welcher 19 Ziegeleien in Thüringen umfasste. Alleine der Betriebsteil Erfurt hatte 1988 eine Jahresproduktion von 52 Millionen Ziegeln NF (NF=Normalformat-Standardziegel). Der VEB Thüringer Ziegelwerke Erfurt unterstand mit elf anderen Betrieben dem VEB Kombinat Bau- und Grobkeramik (Sitz in Halle/Saale). Produziert wurde in Erfurt nicht nur für die eigene Volkswirtschaft, sondern auch für den Export. Auch die Tongrube hatte eine sehr hohe Kapazität und konnte mehrere Ziegeleien mit Tonerde versorgen. Abgebaut wurde mit Greiferbaggern am Hang auf mehreren Terrassen. Lkws transportierten den Ton auf eine riesige Halde mit Feldbahnanschluss mit 600 mm Spurweite. Die Feldbahn hatte eine Gesamtstreckenlänge von ca. 3,5 km und transportierte den Rohton zu den BA Gispersleben und Erfurt zur Verarbeitung. Der Ton für die BA Bischleben wurde in Gispersleben aufgearbeitet und per Lkw nach Bischleben gebracht. Nach der Wende wurde der VEB Thüringer Ziegelwerke Erfurt zunächst weitergeführt und 1990 in eine GmbH umgewandelt und von der Treuhand-Gesellschaft verwaltet. Die BA Gispersleben und Erfurt wurden Anfang der Neunziger dann die Osnabrücker Firma BTS Baukeramik GmbH Co.KG verkauft. 1994 riss man die alte Ziegelei ab, um Platz für neue moderne Produktionsstätten zu schaffen. 1997/98 ging das Werk in Konkurs. Der neue Eigentümer legte die BA Erfurt still und somit wurde die Feldbahn überflüssig. Der Ton wird heute noch abgebaut und mit Radladern direkt in die neue Produktionsstätte am Roten Berg transportiert. Das hochmoderne Werk stellt Porotonziegel her (Mauerziegel). Betreiber ist heute die Wienerberger Ziegelindustrie GmbH (Werk Erfurt-Gispersleben). Im Tagebau findet seit Jahren nur noch sporadisch Abbau statt. Die Nachfrage nach Erfurter Mauerziegel ist seit der Wiedervereinigung längst nicht mehr so groß und hauptsächlich hohe Energiekosten machen die Produktion in Deutschland teuer. So bleibt abzuwarten, wie es am Roten Berg in Erfurt weitergeht. Im Sommer 1997 besuchte ich die Feldbahn und möchte sie hier vorstellen, obwohl sie thematisch nicht ganz hierher passt. Ich bemühe mich um weitere Details. Die Dokumentation wird weiter überarbeitet. Für Hinweise und Material bin ich dankbar! Streckenübersicht der Feldbahn (schematisch). /webmaster/2006/2008, Quelle: "Baustoff mit Tradition und Zukunft", Herausgeber: VEB Thüringer Ziegelwerke Erfurt, 1988 (Slg. Herr Eisele) |
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Im Werksteil Gispersleben Die folgenden drei Bilder entstanden in der ehem. BA Gispersleben direkt an der Tongrube. Hier steht Lok 2 (LKM Ns2h) – wahrscheinlich als Reserve abgestellt. Man blickt man nach Süden – in Richtung Erfurt. Das rechte Gleis führte in die Verladehalle. Dann ging es geradeaus, um die Halle herum und bergab zum unteren Betriebsteil. Von der Szenerie ist heute nur noch ein Gleisrest übrig geblieben. Wer Informationen zu Fahrzeugen (Herkunft, Baujahr, Verbleib) oder über die Feldbahn hat – ich freue mich über Nachrichten! Danke! Foto: U.Rau, 1997 |
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Lok 2 (LKM Ns2h) Zum Zeitpunkt meines Besuches waren 3 Maschinen im Einsatz: je eine Rangierlok im oberen bzw. unteren Werk und eine Streckenlok. Eine solche Loktype aus diesem Werk ist nachweislich erhalten geblieben (Feldbahnmuseum Guldental). Foto: U.Rau, 1997 |
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Im Werksteil Gispersleben Die Ns3h wartet bis die Loren beladen sind. Den Verschub in der Halle bewerkstelligt eine andere Maschine! Diese Maschine war die letzte ihres Typs in Erfurt und zugleich die leistungsstärkste. Foto: U.Rau, 1997
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Gerade verlässt eine neue Zugladung Ton die Verladehalle und begibt sich gleich auf Talfahrt. Foto: U.Rau, 1997 |
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Einige dieser Kipploren sind heute bei der Feldbahn im Sächsischen Eisenbahnmuseum e.V. zu sehen (unten). Das Foto zeigt ein Abstellgleis. Im Hintergrund war bis 1994 das alte Werk und die Beschickeranlage. Foto: U.Rau, 1997 Foto: U.Rau, 2008 click to enlarge! |
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Lorenzug am Zoopark Schade, dass es diese stimmungsvollen Bilder nicht mehr zu sehen gibt. Gerade fährt der Zug durch die S-Kurve am Zoopark. Da die Loren keine Bremsvorrichtung besitzen, bleibt die Lok bei Bergfahrten immer am Schluss des Zuges. Foto: U.Rau, 1997 |
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Foto: U.Rau, 1997 |
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Foto: U.Rau, 1997 |
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Werksteil Erfurt Blick auf die Ziegelei. Dieser Teil war einst die BA Erfurt. Die Gleise führten in die Halle – dort wurde am Beschicker entladen und der Rohton aufbereitet. In der Halle rechts fand die Herstellung der Ziegel statt. Foto: U.Rau, 1997 |
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Im Werksteil Erfurt Der Verband wartet vor der Halle auf das Entladen. Foto: U.Rau, 1997
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Im Werksteil Erfurt Angekommen, teilte man den Zug und entlud erst den einen, dann den anderen Zugteil. Das Rangieren mit zwei Loks nahm einige Zeit in Anspruch. Foto: U.Rau, 1997
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Im Werksteil Erfurt Diese Lok schiebt die leeren Loren aus der Halle. Die Ziegelei hatte einen Anschluss an die Gleise der Industriebahn Erfurt. Dieses Anschlussgleis liegt heute noch teilweise, führt aber nicht mehr in das Werk hinein. Es ist mittlerweile stillgelegt. Die Kipploren rechts warten am Beschicker auf die Entladung. Foto: U.Rau, 1997
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Die ersten leeren Loren werden aus der Halle geschoben. In dieser Zeit leert man die anderen Loren. Dann wird der Lorenzug neu zusammengestellt für die Rückfahrt. Gut kann man das Gefälle zum Beschicker erkennen. Foto: U.Rau, 1997
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Vor der Rückfahrt nahm sich der Lokführer Zeit für ein paar Fotos und Fragen. Die Lok ist eine LKM Ns3h (Babelsberg) und befindet sich heute in Privatbesitz und wird durch Mitglieder des Sächsisches Eisenbahnmuseum e.V. betriebsfähig erhalten. Foto: U.Rau, 1997 Foto: U.Rau, 2008 click to enlarge! |
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Nachdem der Ton entladen war, schob die Lok die Loren wieder hinauf zur Tongrube. Die 60-PS-starke Maschine hat mit dem Zug keine Mühe. Dennoch war eine Leerfahrt immer mit größter Vorsicht durchzuführen. Es passierte gelegentlich, das die ersten Loren entgleisten und umkippten. Foto: U.Rau, 1997 |
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Gleich wird sie den ersten Überweg am Zoopark passieren. Foto: U.Rau, 1997
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Foto: U.Rau, 1997 |
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Gerade hat der Zug den Weg zum Roten Berg passiert. Jetzt geht es in die Kurve vor dem oberen Betriebsteil. Foto: U.Rau, 1997 |
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Foto: U.Rau, 1997
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Lok 2 – vorher Nach der Auflösung des Fuhrparks gelangte diese Ns2f über einen Zwischenbesitzer zu einer privaten Feldbahn nach Delitzsch. Dort wurde sie aufgearbeitet und läuft mittlerweile auf 500-mm-Gleisen als Lok "Max" zur Freude seines neuen Besitzers. Nähere Infos unter: seppelbahn.de Foto: U.Rau, 1997
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Auf
dem "Rand" Auf einem Abstellgleis warten einige ausgediente Werkloks auf die Zerlegung oder einen neuen Besitzer. Im Hintergrund ist die Tongrube zu sehen. Einst gingen bis dorthin die Feldbahngleise. Heute bringen Radlader den Ton direkt zur Verladestation oder Weiterverarbeitung. Foto: U.Rau, 1997
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