Home I Buttelstedt–Rastenberg I Buttstädter Zweig I "Zwecke" I Geschichte

Copyright © Uwe Rau

Die Schachtanlage der "Gewerkschaft Rastenberg" bei Billroda

1907 wurde der Schacht bei Rastenberg abgeteuft, 1910 ging die Produktion in Betrieb. Die Anlagen der Gewerkschaft Rastenberg gehörten zu den größten Kalischacht- und Verarbeitungsanlagen in Thüringen. Der Schacht hatte eine Tiefe von 659 Metern, die Abbautiefe betrug etwa 600 Meter. 1924 wurde der Betrieb stillgelegt, die Stollen verfüllt und 1925 die Schachtröhre geschlossen. Die Produktion von Düngemittel war durch die allgemeine Stagnation der Wirtschaft in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zu teuer geworden, so dass viele Werke schließen mussten. 1945 wurde der Wasserturm, der noch als Wasserhochbehälter für Tauhardt und Billroda diente, von amerikanischen Flugzeugen zerstört. Der Name "Gewerkschaft Rastenberg" entstand, da die Anlage auf der ehemaligen thüringischen Flur Rastenberg lag. Billroda lag auf preußischem Gebiet. Erst 1960 wurden die Flurgrenzen verändert um den Bewohnern der ehem. Schachthäuser die behördlichen Wege nach Rastenberg zu ersparen. Die ehemalige Anlage gehört heute zum sachsen-anhaltinischen Billroda.

Anschlussbahn

Schacht "Burggraf" bei Kahlwinkel
Schacht "Reichskrone" bei Lossa
Teil 1: Gesamtübersicht und Fabrikanlagen der Gewerkschaft Rastenberg
Teil 2: Unterkünfte und Beamtenhäuser der Gewerkschaft Rastenberg
Blick zur ehem. Gewerkschaft Rastenberg

Auf dem Höhenzug, der zu Thüringen gehört, befand sich die Gewerkschaft mit den Schachtanlagen. Der Blick geht in Richtung Rastenberg. Billroda lag bereits in der ehemaligen preußischen Provinz Sachsen.

Das folgende Bild zeigt etwa die gleiche Perspektive zur Gewerkschaftszeit.

Foto:  U.Rau, 2006

 

 

 

Gewerkschaft Rastenberg

Blick auf die Anlagen der Gewerkschaft mit den weitläufigen Gebäudekomplexen von Norden her (Reproduktion einer Ansichtskarte aus den zwanziger Jahren). Interessant: der Förderturm ist bereits demontiert (etwa 1922). Möglich, dass auch der Betrieb des Chlorkaliwerkes bereits eingestellt war.

Click to enlarge! Klicken zum Vergößern!

Sammlung: U. Rau

Gewerkschaft Rastenberg

Blick von Süden auf die "Gewerkschaft Rastenberg"

Repro: A.Völlger

Gewerkschaft Rastenberg

Blick auf die Gewerkschaft Rastenberg. Links der Förderschacht und die Gleise der Feldbahn mit Loren. Rechts sieht man die Chlorkali- und Sulfatfabrikanlagen. Der Ort Billroda, wo die Gewerkschaft lag, befindet sich rechts unterhalb des Geländes. Man blickt in westliche Richtung. Im Vordergrund ist der Schachtbahnhof. Ganz links, nicht im Bild, stand das Verwaltungsgebäude. Von den abgebildeten Anlagen existiert heute nur noch der Lokschuppen links vorne und Reste der Grundmauern der Fabrik.

Repro: Sammlung A.Ilse, Tauhardt

Quelle: ITS 1979, Schröter/Trombke 1992; www.keom.de/denkmal

Click to enlarge! Klicken zum Vergößern!

Abriss der Gewerkschaft Rastenberg

Nach der Einstellung des Betriebes wurden die Anlagen abgerissen und der Schacht verfüllt. Nur wenige Gebäude blieben stehen und wurden weiter genutzt. Der Wasserturm diente noch bis zu seiner Zerstörung im April 1945 als Wasserversorgung für die Orte Tauhardt und Billroda. Blick über die Trümmer des Schachtbahnhofes (Mitte) auf das Maschinenhaus und die Bunkeranlage (rechts) in Richtung Rastenberg.

Repro: Sammlung A.Ilse, Tauhardt

 

Ehem. Schachteingang

Hinter diesem Zaun liegt der Schacht der Gewerkschaft Rastenberg. Darüber erhob sich der Förderturm. Der Schachteingang ist durch eine Betonplatte gesichert. Der Schacht ist bis auf etwa 43 Meter Tiefe luftgefüllt, dann wassergefüllt bis 490 Meter Tiefe und anschließend bis zur Schachtiefe von 659 Metern mit festen Massen verfüllt (Quelle: Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt).

In Blickrichtung liegt Billroda.

Foto:  U.Rau, 2006

 

Bunkerruine

Noch heute zeugen Reste der riesigen Bunkertaschen von der großen Industrieanlage. Die massiven Betonbauten trotzten bisher Abrissbirne und Witterung erfolgreich.

Foto:  U.Rau, 2009

 

Ehem. Schachtbahnhof der Kaligewerkschaft Rastenberg

Üppiges Grün überwuchert die ehemaligen Gleisanlagen, die sich hier befanden. Rechts standen die Fabrikgebäude. Links erhob sich der Förderturm.

Foto:  U.Rau, 2006

 

Ehem. Lokschuppen

Foto:  U.Rau, 2006

 

Ehem. Verwaltungsgebäude der Kaligewerkschaft Rastenberg

Dieses schöne Fachwerkhaus war Sitz der Schachtverwaltung. Heute ist es ein Wohnhaus. Links befand sich der Schachtbahnhof.

Foto:  U.Rau, 2006

Ehem. Verwaltungsgebäude der Kaligewerkschaft Rastenberg

Links ging es zum Förderturm. Blick in Richtung Billroda.

Foto:  U.Rau, 2006

 

Reste der Fabrikanlagen

Ein großer Teil des Geländes wurde nach dem Abriss mit Abraum aufgeschüttet, doch hier treten die Grundmauern noch deutlich zutage.

Foto:  U.Rau, 2009

 

Ehem. Fundamente der Fabrikanlagen

Im Gelände sind Fundamentreste der Verarbeitungsanlagen zu sehen.

Foto:  U.Rau, 2006

 

Foto:  U.Rau, 2006

 

Auf dem Gelände der Gewerkschaft

Besucht man die Anlagen heute, meint man nicht, dass hier einmal Kalisalz untertage abgebaut wurde. Das gesamte Gelände ist heute bewaldet oder mit Gärten und Bungalows bebaut. Dazwischen entdeckt man aber immer wieder Relikte der Vergangenheit. Etwas weiter links von dieser Stelle stand einst der Wasserturm, der 1945 von den Amerikanern zerstört wurde. Links, etwa 100 Meter vom Standort entfernt, erhob sich der Förderturm.

Foto:  U.Rau, 2006

 

Anschlussbahn

Schacht "Burggraf" bei Kahlwinkel

Schacht "Reichskrone" bei Lossa

Teil 2

Home I Buttelstedt–Rastenberg I Buttstädter Zweig I "Zwecke" I Geschichte