Home I Weimar–Buttelstedt I Buttelstedt–Großrudestedt I "Zwecke" I Kaligewerkschaft Rastenberg I Fahrzeuge der Buchenwaldbahn
Copyright © Uwe Rau
|
Weimar-(Buttelstedt)-Großrudestedter Eisenbahn (W.G.E.)
Weimar – Lager Buchenwald/Gustloff-Werke 1943 bis 1945 Hauptverwaltung Landeseigener Bahnen Thüringen/Deutsche Reichsbahn Weimar – Großobringen 1946 bis 1953 |
|
Auch wenn in der Literatur von der "Buchenwaldbahn" die Rede ist, so handelt es sich betrieblich gesehen bis 1945 um eine nichtöffentliche Anschlussbahn der Weimar-Großrudestedter Eisenbahn. Der Bahnbau unterstand der Dienststelle der Waffen SS und der Polizei Weimar. Bachsteins Theag betrieb diese Linie im Auftrag der nationalsozialistischen Machthaber. Er war Geschäftsmann genug, um zu wissen, dass die defizitäre Weimar-Großrudestedter Eisenbahn keinen wirtschaftlichen Nutzten brachte – eine Stilllegung derselben ihm aber seitens der Landesregierung und des Wirtschaftsministeriums verwehrt wurde. Außerdem protestierten die betroffenen Gemeinden. Für sie war die Schmalspurbahn trotz aller betrieblichen Hemmnisse, wie die Beeinträchtigungen durch den maroden Oberbau und das aufwendige und teuere Umladen, äußerst wichtig. Da kam der Auftrag, eine Anschlussbahn zum Lager Buchenwald zu bauen, zum rechten Zeitpunkt. Die Voraussetzungen für einen vollspurigen Ausbau auf den Ettersberg waren gegeben – seit 1938 existierten regelspurige Anschlüsse in Weimar-Nord. Natürlich war auch ein Zwang seitens der Nazis dahinter, denn eine Verweigerung des Bahnbaues hätte mit Sicherheit negative Folgen für die Bachsteinbahn gehabt. Es waren mehrere Firmen am Bahnbau beteiligt, welche die Arbeitskräfte gegen Entgelt vom Konzentrationslager zur Verfügung gestellt bekamen. Die W.G.E. war organisatorisch und planerisch tätig, übernahm den Ausbau bis Bf. Schöndorf auf eigene Kosten und stellte später Betriebsmittel und Bahnpersonal zur Verfügung. Häftlinge bauten die Trasse von Schöndorf bis zum Lager. Die Entscheidung, wieviele Arbeitskräfte vom Lager eingesetzt wurden und für welche Gewerke, traf die SS-Lagerverwaltung. Mehrere hundert Häftlinge sollen am Bahnbau beteiligt gewesen sein, die Zahl der Wachmannschaften lag etwa um die hundert Mann Sondertruppen, die für ihre Brutalität berüchtigt waren. Auch Zivilkräfte wurden beschäftigt. Im Juni 1943 war der provisorische Bahnbau fertig, die Vollendung des Baues war im November desselben Jahres. Tatsächlich brachte der Transportauftrag der Centralverwaltung einen hohen Gewinn, der aber mit einem Prestigeverlust der Privatbahn einherging. Das Kriegsende bedeutete nicht das Ende der Bahnlinie. Die Bachsteingesellschaft wurde enteignet und deren Bahnen gingen über in Landeseigentum. Die Buchenwaldbahn wurde aufgrund der Notwendigkeit der Rübenverladung und des Personenverkehrs für den Einzugsbereich der stillgelegten Schmalspurbahn vom November 1946 bis zur endgültigen Stilllegung im Oktober 1953 (ab 1949 durch die DR mit regulärer Kursbuchnummer) öffentlich weiter betrieben. Für den Materialtransport des Buchenwalddenkmals und zum Abtransport von Holz wurde der Abschnitt Großobringen – Ladestelle "Drei Linden" betriebsfähig erhalten. Doch Ende der sechziger Jahre erfolgte dann der Rückbau bis zur Dürrebachbrücke. Einige Bahnkunden in Weimar Nord wurden über die verbliebenen Gleise weiterhin versorgt. 1988 sollten sogar die bestehenden Gleisanlagen erneuert und erweitert werden. Dazu plante man vor der Dürrebachbrücke eine Spitzkehre, um das ganze nördliche Industriegebiet zu erschließen. Mit der Wende landeten die Pläne jedoch wieder in den Schubladen. In den Neunzigern wurde der Verkehr zunehmend auf die Straße verlagert, die letzten Anschließer nur noch sporadisch bedient. Mitte der Neunziger war dann endgültig Schluss die Gleise wurden bis auf wenige Reste zurückgebaut. Die Strecke der als "Buchenwaldbahn" bezeichneten Anschlussbahn begann im Bhf. Schöndorf. Dennoch beginnt die Dokumentation in Weimar Hbf.
Глубокоуважаемые дамы и господа! Это – Интернет - документация над частными дорогами, а не о зверствах лагеря, с которым поддерживала связь дорога. Политический характер здесь не рассмотрен, но так же и не должен забываться! Мы никогда не забываем, что происходило! Знаете ли Вы еще свидетельства, документы или знаете Вы, что происходило с отчуждаемым дорожным материалом? Яспасибозаинтересисотрудничество! Автор.
|
Gleispläne Weimar Hbf. aus dem Jahr 1944 (RBD Erfurt, Verwaltungsarchiv, Aktenbestände zur WGE/Sammlung: U. Rau); rechts farbig markiert das Verbindungsgleis nach Weimar-Nord, wie es zuletzt lag mit der DKW und dem Stumpfgleis.
![]() |
Bahnhof Weimar Links neben dem Ablaufberg lag die Weiche zu den Güterbahnhofgleisen und dem Verbindungsgleis nach Weimar-Nord. Heute sind diese Gleise stillgelegt und werden zurückgebaut. Foto: U.Rau, 2008 |
![]() |
Weiche zum Verbindungsgleis Eine Linksweiche führte zum Verbindungsgleis nach Weimar Nord. Das linke Gleis führte zu den ehemaligen Abstellgleisen am Hauptbahnhof. Foto: U.Rau, 2008 |
![]() |
Verbindungsgleis Auf dem Verbindungsgleis stehen Rungewagen für den Abtransport von Schienen bereit. Foto: U.Rau, 1998 |
![]() |
"Rastenberger Bahnsteig"
/ Stumpfgleis Links lag das Meterspurgleis (Hst.) und ein Umfahrungsgleis für die Lok. Rechts rollten die Güterzüge der Buchenwaldbahn. Später erfolgte über das Gleis die Kohleversorgung der Unterkünfte für Bahnbedienstete. A gauche la voie pure de mètre (arrêt) et une voie se trouvait pour la locomotive. A droite les trains de marchandises du train de forêt de hêtres roulaient. On the left the metre pure rail (stop) and a rail there was for the locomotive. On the right the goods trains of the Buchenwald camp road rolled. Слева путь исключительно метра (остановка) и путь лежал для локомотива. Справа грузовые поезда дороги леса буков катились. Foto: U.Rau, 1994 |
![]() |
Schicksalsweiche Wie oft die Weiche im Weimarer Hauptbahnhof nach Norden gestellt wurde, vermag keiner zu sagen. So sehr auch Gras über die Trasse wächst – die Erinnerung wird bleiben. Here in Weimar begans the line maybe here at this place. You look at the station and the city from a northwest to southeast direction. How many trains were going to the buchenwald concentration camp – nobody can say. Combien de fois le flanc était mis dans la gare centrale De Weimar vers nord, personne n'est capable de dire. Tellement aussi l'herbe sur le tracé s'accroît - le souvenir restera. Как часто стрелка была поставлена в Веймарском главном вокзале на север, никто не мог бы говорить. Так сильно также трава о трассе растет - воспоминание останется. Foto: U.Rau, 2005 |
![]() |
Alte
Trasse Mittlerweile wurden die Gleise im Weimarer Norden zurückgebaut. Dieser Rest im Weimarer Hbf. liegt noch. Zu WRE-Zeiten kreuzte einige Meter weiter eine Straße die Trasse. Diese verband die Buttelstedter Chaussee mit der Ettersberger Straße. 1938 musste sie dem Industrie- und Lagerhausgelände weichen. Before 1937, a street crossed the track in a few meters from this place. Later the store area called "Inhag Lagerhausgelände" were builded (left). The Bachstein company also was a owner of this store area. Liens le terrain d'entrepôt s'est trouvé dans pour entreprises. Il avait un branchement de chemins de fer. Foto: U.Rau, 2005 |
![]() ![]() |
Relikte Fotos: U.Rau, 2006 |
![]() |
Herbststimmungen Abgefahrene Gleise sehen anders aus – der relativ gute Zustand deutet darauf hin, dass man 1988 tatsächlich mit einem Gleisausbau nach Weimar-Nord begann. Hinter der Kurve ist Schluss. Dort endet unter Müll und vor einer Betonwand die Trasse – wenige Meter vor dem ehemaligen Bahnhof Weimar-Nord. Zwischen den Schienen wuchert Gras – bald wird auch dieses Gleis verschwunden sein. Blickrichtung nach Apolda. The last tracks before the station "Weimar Nord" was reached. Le Trasse devant la gare du nord Weimar se termine derrière la courbe à un mur de béton. Foto: U.Rau, 1998 |
![]() |
Bhf. Weimar-Nord
Das ehemalige Empfangsgebäude in Weimar-Nord im Jahr 1965. Hier war bis 1989/90 eine Werkstatt für Gitterpaletten im ehem. Güterboden untergebracht. Dort stand eine Bandsäge und Hobelbank. Der ehem. Dienst- und Warteraum diente als Aufenthaltsraum für die Palettenwerkstatt. Rechts das Anschlussgleis zum Speicher. Für diese seltene Aufnahme bedanke ich mich bei Herrn Quill. The station "Weimar Nord" in 1965 Gare "Weimar-Nord". Вокзал север Веймара (1965) Foto: Slg.: Quill
|
![]() |
ehem. Bhf. Weimar-Nord
Zu Privatbahnzeiten hieß der Bahnhof "Weimar Sekundärbahnhof". Im Lokschuppen war nach Aussagen von Herrn Schaldach aus Blankenhain eine DWK 10B-Kleindiesellok für den Rangier- und leichten Streckendienst untergebracht. Auch in diesem Gebäude befand sich bis zur "Wende" eine Reparaturwerkstatt für Gitterpaletten. Railway station the Weimar north (1992) and engine shed of the Buchenwald road. Gare le nord de Weimar (1992) et les écailles de locomotive du train de camp du "Buchenwald". Вокзал Веймара север (1992) Foto: U.Rau, 1992 Mein Dank geht an Herrn Suckert aus Weimar für die Informationen! |
![]() |
Dürrebachbrücke Aus dieser Perspektive ist die geplante Verlegung der Buchenwaldtrasse gut zu erkennen. Der Weg führt heute über die alte Schmalspurtrasse. Zwischen den Brücken kippte in den fünfziger Jahren Lok 92 6579 auf der Rückfahrt nach Weimar aus dem Gleis. kl. Foto: "Die Laura • Die Buchenwaldbahn", Fromm/Rockstuhl, Verlag Rockstuhl, 2005 On this place an accident happened in 1952 with locomotive 92 6579, wich came with a freigth train from the loading place. pons "Dürrebachbrücke" Foto: U.Rau, 2005 |
![]() |
Neue Dürrebachbrücke Für die Güterzüge der Buchenwaldstrecke war die alte Schmalspurtrasse zu eng und zu kurvenreich. Es kam zu Entgleisungen. Deshalb plante man einen Trassenneubau in diesem Abschnitt. Problematisch war die Umsetzung, denn die Züge mussten befehlsgemäß rollen, zudem benutzten zwei Bahnen die Trasse! Da die WGE den Trassenausbau im unteren Abschnitt selber finanzieren musste, aber in Geldnöten steckte, wurde der Ausbau immer wieder verschoben. Nach dem Krieg investierten die Rechtsnachfolger (HVLB*, DR) auch nicht mehr in die "unbeliebte" Strecke. Fotos: U.Rau, 1994 *HVLB: Hauptverwaltung landeseigener Bahnen Thüringen (staatlich kontrollierte Theag-Nachfolgerin). The former WRE-bridge "Dürrebachbrücke" (left) at the distance 1.6 km.
|
![]() |
Foto: U.Rau, 2006
|
![]() |
Gleisreste In Weimar-Nord liegen diese Gleisreste noch an der Straße nach Buttelstedt. Foto: U.Rau, 2005 |
![]() |
Durchlass Zwischen Weimar-Nord und Schöndorf wurden 1943 für die Buchenwaldtrasse stärkere Durchlässe für Oberflächenwasser errichtet. В подъеме к Эттерсгоре. Foto: U.Rau, 2006 |
![]() |
Trasse am "Dorotheenhof" Blick talwärts auf Weimar. Links sind Teile des Weimarwerkes – einst Waggon- und Maschinenbau A.G. – zu sehen. Look down to the valley at Weimar. Parts of the "Weimarwerk", once waggon and mechanical engineering A.G., can left be seen. Regarde Weimar vers la vallée. On peut voir les parties du "Weimarwerk", A.G. de wagon et de construction mécanique autrefois, liens. Взгляд на Веймар. Foto: U.Rau, 2006 |
![]() |
Durchlass Einige Meter weiter findet man den zweiten, größten Betondurchlass der Buchenwaldbahn. Foto: U.Rau, 2006
Weimar – Schöndorf Wohlsborn – Ettersburger Forst |
Home I Weimar–Buttelstedt I Buttelstedt–Großrudestedt I "Zwecke" I Kaligewerkschaft Rastenberg I Fahrzeuge der Buchenwaldbahn