Streckenüberblick und Einführung

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• Strecke "Weimar–Buttelstedt" und Strecke "Buttelstedt–Großrudestedt" (1887–1946)

• Strecke "Buttelstedt–Rastenberg"  (1887–1923 PV / 1925 GV) und Strecke "Mannstedt–Buttstädt" (1891–1910)

Nur noch Fragmente erinnern heute an das einst über 50 Kilometer große, aber in seiner maximalen Ausdehnung nur neun Jahre durchgängig befahrene Meterspurnetz im Weimarer und Sömmerdaer Land. Es scheint, als sei die Erinnerung an die "Laura", wie die Bahn liebevoll genannt wurde, nicht mehr vorhanden. Doch in verstaubten Alben finden sich noch manche verblassten Bilder. Und einige Gebäude der Privatbahn, haben trotz Umbauten ihren Stolz bewahrt. Die Trassen sind noch zumeist vorhanden und werden teilweise als "Laura"-Radweg ausgebaut.

(PV=Personenverkehr, GV=Güterverkehr)

• Eisenbahnverkehrskarte Thüringen um etwa 1900 (Ausschnitt).
• Zur Streckenübersicht der Weimar-Rastenberger Eisenbahn um 1910.
• Zur Streckenübersicht der Weimar-Großrudestedter Eisenbahn um 1943.
• Zur Streckenübersicht der Kleinbahnen nördlich von Weimar um 1952.
 
"Buchenwaldstrecke" (1943–1945) bzw. Strecke "Weimar-Nord–Großobringen" (1946–1953 PV / 1959 GV) ( (( )
Ihre Historie ist verbunden mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. Sie wurde auf Befehl der SS unter der Leitung der Bachsteinbahn notdürftig gebaut und betrieben. Die Häftlinge des KZ Buchenwald zahlten beim Bau einen hohen Blutzoll. Nach dem Krieg wurde die Strecke wichtig für die Bewohner und die Wirtschaft im großen Einzugsbereich der Schmalspurbahn, wurde diese doch als reparationswürdig eingestuft und 1946 abgebaut. Noch bis Ende der Fünfziger Jahre sollten Güterzüge nach Buchenwald rollen. Nun aber mit Baumaterial für das Buchenwalddenkmal. Zuletzt waren noch einige Gleisanschlüsse in Weimar-Nord bis zum Ende im Jahr 1995 in Betrieb.
 
Buttstädt-Rastenberger Eisenbahn (1910–1932); Eisenbahnzweckverband Hardisleben–Rastenberg; kurz: "Zwecke" (1933–1948);    Nebenbahn "Buttstädt–Rastenberg" der DR (1949–1968)
Diese von Bachstein 1910 errichtete Kleinbahn sollte der CV große Gewinne im Kalitransport bringen. Zweifellos gehörte die Bahn achtzehn Jahre lang zu den profitablen thüringischen Bachsteinbahnen. Sie wird hier mit erwähnt, weil Teile der Trasse mit der der "Laura" (WRE) identisch waren und später deren Hochbauten für den Personenverkehr auf der Normalspurstrecke nach Rastenberg genutzt wurden. Sie steht außerdem zweifelsohne wie die "Laura" für das Bestreben der Gemeinde Hardisleben und des Kurortes Rastenberg nach einem Eisenbahnanschluss.

Diese ständig erweiterbare Fotodokumentation will zeigen, was vom einstigen Privatbahnstreckennetz geblieben ist. Die Bilder vermitteln auch, wie sich im Laufe der Jahre die ehemaligen Gebäude und Strecken verändert haben und dass das große "Vergessenwerden" einsetzt. Ich hatte das Glück, die ehemalige Bachsteinbahnangestellte Frau Wollweber (ehemals Conrad) aus Buttelstedt kennen zu lernen, die mir so manche Begebenheit erzählte. (Uwe Rau)